09
JUN
2016

Ostseeflottille 2016

Am 21. Mai 2016 brachen 6 Yachten mit 22 Vereinsmitglieder und zwei Schnupperseglern in Heiligenhafen zur diesjährigen Ostseeflottille auf.  Sofort am ersten Tag wurden bei guten Wetter und wenig Wind auf den ersten Booten die Gennacker gesetzt. Treffpunkt für die sechs Boote war nach 36 sm der Liegeplatz vor den roten Häusern in Bagenkop auf der dänischen Insel Langeland.

Für alle Sechs? Nein, ein Boot hatte wegen Terminschwierigkeiten in Burgtiefe festgemacht und war damit, so schien es, für immer für die Flottille verloren. Das beliebteste Boot dieses Abends war das mit den Fernseher. Das der Pokalsieg des BVBs trotzdem nicht gelungen ist – an uns lag es nicht.

Ziel des zweiten Tages: Die Insel Vejrø als Geheimtipp. Bei auffrischenden Wind und viel Sonne wurden im Laufe des Tages die 10 Knoten – Marke von einigen Booten durchbrochen und trotz Doppelreffs die 40 sm im Rekordtempo bewältigt. Schließlich wollte der Grillplatz vor Ort ausgiebig genutzt werden.

Der Meilenpokal des Törns wurde an diesem Abend auch vergeben. Das verloren geglaubte Boot schloss nach 60 sm Tagesleistung wieder zum Rest auf.

Bemerkenswert war dabei, dass alle Crewmitglieder dieser Yacht im YCP ausgebildet wurden und hier ihren ersten Törn in eigener Verantwortung und ohne Unterstützung bravourös bewältigt haben. Die ehemaligen Ausbilder waren mächtig stolz auf diese Crew.

Tag drei: Wenig Wind, Tagesziel war Stubbekøping auf der dänischen Insel Falster (26 sm) – Gennackerwetter.

Erste Tagesfrage: Passt die Yacht wirklich unter den Brücken durch? Sie passten alle.

Zweite Tagesfrage: Wie schnell muss eine Yacht sein, um in eine 40 cm zu kleinen Box zu passen? Hätte nicht genau beim Anlegen die Schaltung eines Boots die Mitarbeit verweigert, wir hätten die Antwort wohl nie erfahren: ziemlich schnell. Kurzum – der Bowdenzug brach im denkbar ungünstigsten Augenblick. Zum Glück erlitten weder Crewmitglieder noch beteiligte Boote Schaden, nur um die anschließende Nachtruhe des Skippers war es nicht zum Besten gestellt.

Nach erfolgter Motorreparatur und Ausparken auf engsten Raum wurde am vierten Tag Kurs auf Gedser, den südlichsten Ort Skandinaviens genommen.

Dieser Tag bot viel Abwechslung. Eine interne Regatta im Grønsund, dümpeln vor Hesnæs und plötzlicher Starkwind vor Gedser. Zum Schluss standen weitere 33 sm auf der Logge.

Am nächsten Tag war das Ostseebad Kühlungsborn an der deutschen Küste unser Ziel (29 sm). An diesem Tag wurde viel gefunkt, denn zu sehen war in den zum Teil dichten Nebelfeldern wenig und der Kiel-Ostsee-Weg musste trotzdem durchquert werden. Es gelang allen ohne größere Probleme. Für die Yachten mit Radarausrüstung war es die praktische Vertiefung der Radarausbildung aus dem letzten Jahr.

Und dann das Ostseebad Kühlungsborn: Kurtaxe, Tourismus, Hafenmeile, Caipirinha und Pina Colada im Sonnenuntergang.

Anschließend noch der Test: Wie viele Menschen passen auf die Plicht einer 35 Fuß Yacht? Antwort: Mindestens 18.

Traditionell ging es am sechsten Tag, dem letzten richtigen Segeltag, nach Burg Tiefe auf Fehmarn. Guter Wind, um das Gennacker noch ein letztes Mal zu setzten und pünktlich im Café Sorgenfrei für den Sundowner zu sein. Auch das Ziel wurde nach 27 sm erreicht.

Der letzte Tag war kurz, nur 12 sm bis Heiligenhafen. Überholt werden vom Gewinner der Hessenregatta, beim dem drei unserer Skipper ihren SKS gemacht haben. Schiff ausräumen und übergeben und nach einem Matjesbrötchen die Heimfahrt antreten.

Tageszitat von einem Segler mit Blick auf die Baustelle in den Hafenanlagen: „Wenn wir nächstes Jahr hier wieder los segeln, haben wir richtig gute Duschen“. Gut vorstellbar, dass bei der hohen Anzahl der zufriedenen Gesichter das Ganze in eine weitere Runde geht.

Zusammengefasst: Bestes Segelwetter, keine manöverbedingten Schäden, prima Stimmung – Schön war’s.

Bericht von Cordula